Lahntippel

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Meine erste Wandervogelfahrt

Sternengreifer Wandervogel

Als die Einladung für den Tippel ins Lahntal bei mir ankam, habe ich mich riesig gefreut. Den Wandervogel kannte ich schon lange. Bereits als kleines Kind hatte ich mit meinen Eltern an vielen bündischen Veranstaltungen teilgenommen. Die meisten der Mädchen kannte ich schon, aber es war meine erste Fahrt ohne Eltern. Aus diesem Grund freute ich mich besonders, war aber auch aufgeregt, da ich die Mädels lange nicht mehr gesehen hatte. In der Schule erzählte ich von meinen Plänen am Wochenende auf Fahrt zu gehen. Meine Freundin Padma war sofort begeistert, also lud ich sie ein mit zu kommen.

 

In den nächsten Tagen wurde viel geplant, die restlichen Sachen besorgt und die Rucksäcke gepackt. Padmas Stiefvater brachte uns nach Kassel zum Bahnhof wo wir Anneh und die restlichen Mädels trafen. Mit dem Zug ging es weiter nach Leun-Braunfels im Lahntal. Am Zielbahnhof stieß Solveigh noch zu uns. Dann endlich ging es richtig los. Gut gelaunt gingen wir zu einer nahe gelegenen Schutzhütte in der wir die Nacht verbringen wollten. Dort angekommen schlugen wir unser Lager auf und machten Feuer. Nach dem wir gemeinsam zu Abend gegessen hatten, verbrachten wir den restlichen Abend mit Singen und erzählten von Geschichten. Als wir irgendwann im Schlafsack lagen, merkte ich wie sehr ich mich auf den nächsten Tag freute. Wie gut, dass das Wochenende erst am Anfang war und ich noch ganz viel Zeit mit den Wandervogelmädels und meiner Freundin Padma verbringen konnte.

Am nächsten Morgen haben wir gefrühstückt und zusammengeräumt. Die Karte wurde ausgepackt, der Standort gesucht und das Tagesziel bestimmt. Sich anhand der Karte zu orientieren war gar nicht so leicht, hat aber viel Spaß gemacht. Anschließend sind wir losgewandert. Nach dem wir die Hälfte des Weges geschafft hatten, haben wir eine Pause bei einer alte Burgruine gemacht. Dort haben wir etwas gegessen und ein wenig gesungen. Plötzlich kam eine kleine Gruppe von Leuten die uns beim Singen zuhörte. Die Leute fanden unseren Gesang sehr schön und schenkten uns als Belohnung ein paar Euros.

Auf der zweiten Hälfte des Weges machten wir immer wieder kleinere Pausen. Irgendwann fanden wir auf dem Weg einen kleinen Vogel der verletzt war. Anneh die sich gut mit Waldtieren auskennt, setzte ihn unter einen Baumstamm, so dass er geschützt war. Während wir weiter wanderten, dachte ich immer wieder an den kleinen Vogel und hoffte, dass es ihm bald wieder gut gehen würde. Am späten Nachmittag erreichten wir einen Wald, in dem wir uns einen geeigneten Lagerplatz suchten. Als wir einen Platz auf einer schönen Weide direkt am Waldrand gefunden hatten, bauten wir die Zelte auf. Wir spielten ein Spiel und machten ein kleines Feuer. Am Abend kochten wir am Lagerfeuer und sangen Lieder. Es war ein anstrengender aber schöner Tag.

 

Nach dem wir am nächsten Morgen aufgewacht waren, frühstückten wir wieder gemeinsam, packten unsere Sachen und machten uns auf den Weg. Ich fand es echt schade, dass es schon der letzte Tag unserer kleinen Fahrt sein sollte und wir uns bald wieder verabschieden müssten. Doch darüber wollte ich, so früh am Morgen, noch nicht nachdenken. Den Tag würden wir schließlich noch gemeinsam verbringen und zum Bahnhof in Edigen wandern. Das Wandern fiel mir heute viel leichter als den Tag zuvor. Unterwegs stärkten wir uns mit Äpfeln die am Wegrand wuchsen.

Die Zeit verflog und schnell waren wir am Ziel. Am Bahnhof in Edingen machten wir unsere Abschiedsrunde, sangen noch ein gemeinsames Lied und anschließend ging es mit dem Zug auf den Heimweg.

 

Für mich war es schön mit den Mädels auf Fahrt zu sein. Wenn ich auf Fahrt bin fühle ich mich irgendwie frei. Wir haben gemeinsam viel Spaß und jeder kann sein wie er ist. Das gefällt mir besonders am Wandervogel sein.

Hannah Lea